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Warum so viele Menschen alles versuchen – und trotzdem feststecken

Vielleicht kennst du dieses Gefühl. Du hast dich mit dir selbst beschäftigt. Bücher gelesen. Podcasts gehört. Kurse gemacht. Vielleicht sogar Therapien oder Coachings erlebt. Du weißt viel über dich. Über Muster, Prägungen, innere Anteile.

Und trotzdem stehst du immer wieder an denselben Punkten.

Kurz fühlt sich etwas leichter an. Klarer. Hoffnungsvolle Momente. Dann kommt der Alltag. Und alles ist wieder da.

Viele Menschen fragen sich an diesem Punkt leise: „Was mache ich falsch?“ Oder noch härter: „Warum funktioniert es bei mir nicht?“



Der Frust, über den kaum jemand spricht

Nach außen sieht oft alles gut aus. Man ist reflektiert. Bewusst. Interessiert an Entwicklung.

Innen fühlt es sich anders an. Wie gegen eine unsichtbare Wand. Als würde man ständig an sich ziehen und schieben, ohne wirklich voranzukommen.

Dieser Frust ist kein Zeichen von Schwäche. Er ist eher ein Hinweis darauf, dass du sehr lange versucht hast, Veränderung dort zu erreichen, wo sie nur begrenzt möglich ist.



Der Denkfehler, den fast alle machen

Die meisten Wege der Persönlichkeitsarbeit setzen beim Verstehen an. Gedanken erkennen. Glaubenssätze hinterfragen. Neues Denken trainieren.

Das ist nicht falsch. Aber es greift oft zu kurz.

Denn viele der Muster, die unser Leben steuern, entstehen nicht im bewussten Denken. Sie entstehen früher. Tiefer. Körperlich.

Unser Nervensystem lernt sehr früh, was sicher ist und was nicht. Es entscheidet blitzschnell, lange bevor der Verstand etwas einordnen kann.

Deshalb kannst du etwas logisch verstehen und trotzdem immer wieder gleich reagieren. Nicht, weil du unbewusst dagegen bist. Sondern weil dein System gelernt hat, sich so zu schützen.



Warum Wille und Disziplin oft nicht reichen

Viele Menschen versuchen, sich zusammenzureißen. Mehr dranbleiben. Konsequent sein. Positiv denken.

Manchmal funktioniert das eine Weile. Aber es kostet Kraft. Und irgendwann ist die Energie weg.

Das liegt nicht an mangelnder Motivation. Es liegt daran, dass der Körper etwas anderes erlebt als der Kopf vorgibt.

Wenn das Nervensystem unter Spannung steht, hilft kein noch so guter Vorsatz. Dann gewinnt immer das, was sich sicherer anfühlt. Auch wenn es uns eigentlich begrenzt.



Veränderung beginnt an einem anderen Ort

Echte, nachhaltige Veränderung entsteht selten durch Druck. Sie beginnt oft leise.

In Momenten, in denen der Körper sich regulieren darf. In denen etwas nachlässt, statt dass etwas gemacht wird.

Nicht noch mehr analysieren. Nicht noch ein Konzept obendrauf.

Sondern Raum schaffen, damit das System überhaupt Veränderung zulassen kann.

Genau hier setzen sanfte, körperorientierte Ansätze an. Nicht um etwas zu reparieren, sondern um wieder in Kontakt zu kommen. Mit sich selbst. Mit Sicherheit. Mit innerer Ruhe.



Vielleicht ist nichts mit dir falsch

Was, wenn dein Feststecken kein Versagen ist? Sondern ein intelligenter Schutzmechanismus, der einmal sinnvoll war?


Was, wenn es nicht darum geht, noch mehr zu verstehen, sondern dem Körper zuzuhören?


Viele Menschen spüren genau hier zum ersten Mal Erleichterung. Nicht, weil sie eine Lösung gefunden haben. Sondern weil sie aufhören, gegen sich selbst zu kämpfen.


Und vielleicht ist genau das der Anfang von echter Veränderung.

In meiner Arbeit begegne ich immer wieder Menschen, die schon „alles gemacht“ haben. Und oft öffnet sich genau dann ein anderer Weg.


Kein Kampf. Kein Druck. Sondern ein Zuhören auf einer tieferen Ebene.

Vielleicht ist dieser Text gerade kein Impuls zum Tun. Sondern eine kleine Erlaubnis, kurz innezuhalten.


Wenn sich beim Lesen etwas entspannt hat, dann war das vielleicht schon mehr Veränderung, als du denkst.

 
 
 

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